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Opferbiographie: Luzia Hahn, Foto als Kind
Opferbiografie
Luzia Hahn
19071940

Luzia Hahn
Dienstmädchen aus Konstanz (Baden-Württemberg)

geb. 26.08.1907 in ?
gst. 28.11.1940 in Grafeneck (Baden-Württemberg)

Luzia Hahn wurde am 26. August 1907 in Konstanz geboren. Sie arbeitete als Dienstmädchen, wechselte deshalb oft, wohnte aber auch zwischenzeitlich immer wieder bei ihren Eltern Leo und Franziska Hahn. Zuletzt lebte und arbeitete sie in der Schottenstraße 20, im Haus der Familie Dietrich; dies ist auch der letzte gemeldete Wohnsitz.

Biografie erstellt am 11.12.2017, letzte Aktualisierung: 25.01.2018

Seit Beginn des Jahres 1933, im Alter von 26 Jahren, war sie Patientin der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau. Deshalb wurde sie im Verlauf der „T4-Aktion“ der Nationalsozialisten als psychisch krank erfasst.

Am 28. November 1940 wurde Luzia Hahn mit dem siebten von insgesamt elf Transporten nach Grafeneck deportiert und am gleichen Tag, im Alter von 33 Jahren, vergast.

1983 tauchte ihre Urne zusammen mit 196 anderen im Keller des Friedhofsgebäudes in Konstanz auf. Von 1941 bis 1961 standen die Urnen dort unbeachtet, danach entschied die Stadtverwaltung lediglich, den Raum angemessen zu gestalten. Erst 1983 wurden die Urnen in einer Gedenkstätte auf dem Friedhof Konstanz bestattet.
Auf der Urne von Luzia Hahn ist als Todesdatum der 11. Dezember 1940 und als Todesort Sonnenstein/Sachsen vermerkt. Wie bei anderen Opfern wurde hier bewusst gefälscht.

Opferbiographie: Luzia Hahn, Foto als Kind
Luzia Hahn als Kind.

Quellen:
Adressbücher Konstanz 1939 und 1943, Stadtarchiv Konstanz; Einwohnermeldekarteikarten vor 1945, Stadtarchiv Konstanz; Opferliste der Gedenkstätte Grafeneck; Heinz Faulstich, Von der Irrenfürsorge zur „Euthanasie“. Geschichte der badischen Psychiatrie bis 1945, Freiburg i. Brsg. 1993; Material Faulstich: Patientenlisten mit Aufnahmedatum und Kopien der Originaltransportlisten der „Aktion T 4“; „Jetzt werden Akten verglichen“, Südkurier Konstanz, 17. 1. 1983; „Auch Urnen von KZ-Opfern dabei“, Südkurier Konstanz, 2. 2. 1983.

Assoziationen

Assoziationen
As­so­zi­a­tive Beziehungen und Verknüpfungen

Alle Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen haben ihre Individualität. Manche wurden jedoch aus ähnlichen Motiven verfolgt, einige teilten zum Beispiel Gewaltererfahrungen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere wiederum wurden doppelt sigmatisiert: Weil sie als psychisch krank und behindert galten und als homosexuell und jüdisch definiert wurden.
Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

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