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Essay
26.02.2018, Robert Parzer

Kein Raum für Rülpser

In letzter Zeit gibt es vermehrt Anfragen, dass wir als Projekt uns zu diversen Angriffen auf die Erinnerungskultur positionieren sollen. Sei es, dass jemand vom rechten Rand keine Stolpersteine mehr haben will, oder dass jemand ein Denkmal als Schande bezeichnet. 

Unsere Position ist aber: Ignorieren. Warum?  Aus langjährigen Erfahrungen mit dem Aufstieg der extremen Rechten in Österreich lässt sich vor allem lernen, dass diese Sprüche vor allem deswegen gesagt werden, weil sie Aufmerksamkeit erregen. Die Rechtsextremen behrerrschen die mediale Klaviatur perfekt und wissen meistens sehr genau, welcher Sager ihnen Schlagzeilen, Likes und Retweets bringt. Dagegen ist kein einziger Fall bekannt, dass die darauf folgende Aufregung auch nur einen Wähler dieser Parteien dazu gebracht hätte, sein Kreuzchen wo anders zu machen. Genau so wenig, wie man in den 1960er-Jahren die Revolte stoppen konnte, wird man heute den Aufstieg populistischer Parteien aufhalten können. 

Noch ist es aber möglich, die Forderungen nach einer wie auch immer gearteten "Wende" in der Erinnerungskultur zu ignorieren. Nirgends in Deutschland haben die Populisten reale Macht, etwa eine Stolpersteinverlegung stoppen zu können. Solange das so ist, erscheint es sinnvoller zu sein, sie vor sich hin schäumen zu lassen. Ohne Echoraum verhallt jeder Sound schneller.

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