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Historischer Ort: Denkmal der Grauen Busse, Porträt 2
Victims biography
Anna Maria Difliff
18901940

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Anna Maria Difliff
Arbeiterin from Besigheim (Baden-Württemberg) (Evangelical)

b. 08/17/1890 in Besigheim (Baden-Württemberg)
d. 08/19/1940 in Grafeneck (Baden-Württemberg)

Maria Difliff erblickt am 17. August 1890 abends um neun Uhr in Besigheim das Licht der Welt. Sie war das jüngste Kind der Familie Difliff. Davor hatte die Mutter Rosine schon elf Kindern das Leben geschenkt. Leider starben sieben der Kinder schon im Kindesalter.

Biography created on 12/04/2017, last update on 01/25/2018

Der Vater von Maria war der Besigheimer Weingärtner Gottlieb Friedrich Difliff, geboren am 17. März 1847 hier in Besigheim. 1918 in Besigheim gestorben. Auch sein Vater war Weingärtner. Am 01. Februar 1877 heiratete er in Besigheim Rosine Catherine geb. Dahm, aus einer Besigheimer Weingärtnerfamilie stammend.


Wo die große Familie gewohnt hat wissen wir nicht. Im Häuserbuch der Stadt Besigheim findet sich die Familie, bzw. der Vater nicht als Eigentümer eines Hauses.
Auch von Maria wissen wir wenig. Sie wurde in der Besigheimer Stadtkirche getauft und konfirmiert. Sicherlich besuchte sie die Besigheimer Volksschule. Laut Personenstandsregister der Stadt Besigheim (Stadtarchiv) hat Maria bei der Firma Bosch in Feuerbach gearbeitet, auch in der Besigheimer Tabakfabrik. 1919 und 1920 finden wir Maria auf einer Liste der Besigheimer Erwerbslosen. Vor ihrer Einweisung in die Heilanstalt Weinsberg wird sie als Heimarbeiterin bei Mattes & Lutz geführt.


Gewohnt hat sie zuerst in der Vorstadt 14. Ihr Bruder Johann Jakob war ebenfalls bis 1924 in der Vorstadt 14 gemeldet. Wann Maria in die Bietigheimer Straße 1 umgezogen ist wissen wir nicht. Zumindest 1933 hat sie dort schon gewohnt, denn sie bittet die Stadt um Unterstützung. In dem Schreiben erwähnt sie, dass sie bei Mattes & Lutz (Trikotfabrik) 10 Reichsmark im Monat verdient, wovon sie schon 9 Reichsmark Miete zu bezahlen hätte.


Im Oktober 1937 weist Dr. Rieth Maria in die Heilanstalt Weinsberg ein. Bereits 1921 war sie von Februar bis Dezember stationär in der Tübinger Nervenklinik. Wie es Maria in den dazwischen liegenden Jahren gesundheitlich wohl ging? Wer hat sich um sie gekümmert? Hatte sie Freunde? Vater und Mutter waren tot. Geschwister hatte sie in Besigheim auch keine mehr. Ihre beiden Schwestern waren in Heilbronn, bzw. in Eppingen verheiratet. Ihr Bruder Johann Gottlieb wohnte in Spiegelberg. Ihr Bruder Jakob war seit 1924 verschwunden. Seine Ehe wurde geschieden, weil er nicht mehr auffindbar war.
Letztendlich musste die Ortsfürsorgebehörde Besigheim Maria unterstützen.


Sowohl in der Tübinger Nervenklinik als auch in der Heilanstalt Weinsberg wird die Diagnose Schizophrenie gestellt.
Dem Krankenblatt der Weinsberger Heilanstalt (Staatsarchiv Ludwigsburg) entnehmen wir, dass sie ledig und evangelisch ist. Dass sie schon 19 Jahre krank und Verpflegungsklasse III sei. Dass sie keinen Beruf hat und die Eltern gestorben seien. Bei einer Körpergröße von 155 cm wog sie 50 kg. Die Augenfarbe war graublau, die Haarfarbe braun und die Hautfarbe blass. Als Degenerationszeichen werden die „stark beharrten Beine“ angegeben.

Angeblich ist Maria am 03. September 1940 in Grafeneck verstorben (Standesamt Grafeneck, Familienregister Besigheim).
Jedoch geht am 19. August 1940 ein Transport von 54 Frauen von Weinsberg nach Grafeneck. Maria ist dabei. Noch am selben Tag wird sie in Grafeneck vergast.

Im November 2014 wird ein Stolperstein für Maria Difliff verlegt. Die Patenschaft übernimmt der SPD-Ortsverein Besigheim. Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Reusch-Frey hielt die Gedenkrede. Die Schülerinnen und Schüler der Realschulklasse 10 von Lehrer Christian Herbst gestalteten die Gedenkfeier.

Diese Biographie wurde von Margit Stäbler Nicolai verfasst.

Assoziationen

Assoziationen
As­so­zi­a­tive Beziehungen und Verknüpfungen

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Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

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