Henry Weyn

aus Kutenholz

geb. in St. Nicklaas bei Antwerpen
gest. in Lüneburg (Niedersachsen)

Biografie

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Das Bild zeigt eine polierte Gedenkstele mit der Aufschrift „In Memoriam“, die an vier Verstorbene erinnert. Die Namen, Geburts- und Sterbedaten sowie Herkunftsländer sind eingraviert:      Pierre Blu (*10.9.1918, †3.5.1945, Frankreich),     Roger Jean Marie Colin (*5.5.1921, †13.4.1945, Frankreich),     Iwan Czyzewski (*14.8.1944, †21.12.1944, Polen),     Henry Weyn (*3.3.1924, †8.4.1945, Kutenholz).  Die Stele steht auf einem Rasenstück, davor liegen ein dekorativer Tannengesteck mit Kiefernzapfen und ora

In der Ortschaft Kutenholz erinnern insgesamt vier Gedenkstelen auf dem örtlichen Friedhof an verschiedene Verstorbene, die während der Kriegszeit in Kutenholz starben oder dort beerdigt wurden.

Mit drei Stelen wird an insgesamt 14 verstorbene britische Soldaten erinnert, die während der Befreiung kurz vor dem Ende des Krieges starben.Eine weitere Gedenkstele mit vier eingravierten Namen erinnert an verschiedene Opfergruppen. Dabei handelt es sich unter anderem um zwei französische Männer. Einer dieser beiden Franzosen war ein Kriegsgefangener. Sein Landsmann war ein KZ-Häftling, der in seiner Heimat aktiv Widerstand gegen die Nationalsozialisten leistete.

Des Weiteren wird auf dieser Stele an einen kleinen polnischen Jungen erinnert, der in Kutenholz verstarb, und es wird eines jungen Belgiers gedacht, der in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg ums Leben kam. Er lebte während der Kriegszeit mit seinen Eltern in Kutenholz.

Henry Weyn wurde am 03. März 1924 in St. Nicklaas bei Antwerpen, Belgien, geboren. Er zog mit seinen Eltern Theophiel und Maria Weyn, geb. Kleymann, nach Kutenholz, Hausnummer 85. Sein Vater Theophiel arbeitete als Weber. Henry half seinem Vater in der Werkstatt.

Bild
Das Bild zeigt ein großes, traditionelles Haus mit einem markanten Giebel und dekorativen Verzierungen an den Dachkanten. Das Gebäude hat drei Fenster auf der Vorderseite: ein großes zentrales Fenster im Erdgeschoss und zwei kleinere Fenster im Obergeschoss. Ein älteres Auto steht vor dem Haus auf einer gepflasterten Straße. Vor dem Haus befinden sich ein kleines Beet und niedrige Sträucher. Die Szene wirkt ruhig und scheint aus einer vergangenen Zeit zu stammen, vermutlich aus den 1970er- oder 1980er-Jahre

Henry soll laut Aussage seiner Eltern im Alter von drei Jahren auf den Kopf gefallen sein. Nachkommend führte dies wiederholt zu epileptischen Anfällen. Er blieb infolgedessen in seiner Entwicklung stark zurück. Ein Schulbesuch war ihm deshalb nicht möglich. Henry lebte unter ständiger Aufsicht seiner Eltern. Als sein Vater zum Heeresdienst eingezogen wurde, sah sich die Mutter außer Stande, sich allein um den bedürftigen Sohn zu kümmern und gleichzeitig zu arbeiten. Im guten Glauben, dass ihr Sohn in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg besser versorgt sei, brachte der Vater ihn auf Anraten des damaligen Amtsarztes Dr. Klages aus Stade am 24. Oktober 1944 nach Lüneburg. Dort wurde er zunächst in Haus 21 aufgenommen und später in Haus 15 verlegt.

Was die Eltern nicht ahnten, war, dass die Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg wie überall im Reich bewusst schlecht versorgt wurden. Henry sprach nur flämisch, weshalb der zuständige Arzt der Meinung war, dass er nur „vollidiotisch“ sprechen würde und eine Verständigung mit ihm nicht möglich sei. Am 08. April 1945 verstarb Henry im Alter von 21 Jahren in der Lüneburger Anstalt. Laut Bericht des zuständigen Arztes an Epilepsie, Dauerkrampfzustand.

Bild
Das Bild zeigt eine Grabplatte aus Stein, die auf dem Boden liegt. Darauf ist der Name "Henry Weyn" eingraviert, zusammen mit den Lebensdaten "1924 - 1945". Die Platte ist von Gras und Moos umgeben, was auf eine ältere Grabanlage hindeutet. Die Gravur ist schlicht und gut lesbar, mit deutlichen Buchstaben und Zahlen. Der Stein vermittelt eine schlichte, respektvolle Erinnerung an die verstorbene Person.

Henry Weyn gehört wie Johannes Klaus Hauschildt aus Aspe zu den Opfern der NS-Psychiatrie. Menschen wie er, die psychisch krank oder behindert waren, wurden in der NS-Ideologie als nicht lebenswert erachtet. Henry wurde zwar nicht wie Johannes vergast, aber die Lebensbedingungen in den Heil- und Pflegeanstalten waren geprägt durch gezielte Unterversorgung und Mangelernährung sowie durch eine Überbelegung der Anstalten. Dieses führte gewollt zu einer hohen Sterblichkeit bei den anvertrauten Patienten/innen, wie man am Beispiel von Henry Weyn aus Kutenholz sehen kann. Sein Grab mit der Nummer 1446 befindet sich auf dem Nord-West-Friedhof der Anstalt in Lüneburg. Über den weiteren Verbleib seiner Eltern nach dem Krieg ist nichts bekannt.

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Foto einer Reihe von flachen Grabplatten, die auf einem gepflegten, moosbedeckten Rasen liegen. Die Grabplatten tragen jeweils die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen. Links und rechts der Gräber befinden sich Hecken, die den Bereich säumen und eine ruhige, abgeschirmte Atmosphäre schaffen. Im Vordergrund ist die Grabplatte von Henry Weyn sichtbar, weitere Platten führen in die Tiefe des Bildes. Die Szene wirkt ordentlich und schlicht.
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Das Bild zeigt ein altes, typografisch erstelltes Dokument mit mehreren Einträgen zu verstorbenen Personen, die in einer Institution untergebracht waren. Die Liste enthält detaillierte Informationen wie Namen, Geburts- und Sterbedaten, Orte der Beisetzung und medizinische Diagnosen. Der Name Henry Weyn wird unter Punkt 9.b.2 erwähnt: geboren am 3. März 1924 in St. Niklaas, verstorben am 8. April 1945. Die Todesursache wird als „Epilepsie, Dauerkrampfzustand“ beschrieben. Henry Weyn wurde im Anstaltsfriedhof

Unter dem Punkt b) Belgier Nr. 2 finden sich Informationen zum Tod und Grab von Henry Weyn.

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Das Bild zeigt einen großen Gedenkstein, der an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Auf dem Stein steht die Inschrift: „Zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus in der Lüneburger Provinzial Heil- und Pflegeanstalt“. Der Stein ist umgeben von zahlreichen Blumen, Kränzen und Dekorationen, darunter Sonnenblumen, Tannenzweige und kleine Figuren. Einige Kerzen und Gedenksteine liegen ebenfalls davor. Im Hintergrund ist eine Hecke zu sehen, die den Bereich einrahmt. Der Ort wirkt würdevoll und respe

Orte der Biografie

Geburtsort: St. Nicklaas bei Antwerpen

Sint-Niklaas
Belgien

Lüneburg
Deutschland

Hauptaufenthaltsort: Kutenholz

27449 Kutenholz
Deutschland

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