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Gedenkort T4 | Europakarte: Biografien und Gedenkstätten von Opfern der NS-"Euthanasie"-Verbrechen
Historische Orte
und Biografien
Historische Orte
und Biografien
gedenkort-t4.eu

Willkommen auf der Webseite des virtuellen Gedenk- und Informationsortes
www.Gedenkort-T4.eu

Alfred Mohr wurde im Alter von fünf Jahren in der Heil- und Pflegeanstalt Uchtspringe ermordet. Ein Kranz erinnert im Jahr 2015 an der Berliner Tiergartenstraße 4 an ihn.

Der virtuelle Gedenk- und Informationsort www.gedenkort-t4.eu besteht seit 2011. Er wurde geschaffen, um die Entstehung des Gedenk- und Informationsortes für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde an der Berliner Tiergartenstraße 4 zu begleiten und zu fördern. 

Lange wurden die NS-"Euthanasie"-Verbrechen verschwiegen und verharmlost. Wir unterstützen Angehörige und Initiativen bei ihrer Forschung und Gedenkarbeit.

Ein partizipatives Projekt

Von Beginn an haben wir mit Angehörigen und Initiativen zusammen gearbeitet. So können wir Biografien von Opfern und Informationen zu Orten, die mit diesen Verbrechen verbunden sind, präsentieren. Nehmen Sie teil und arbeiten Sie mit, damit an Menschen, die den NS-"Euthanasie"-Verbrechen der Nationalsozialisten zum Opfer fielen, erinnert werden kann.

Andersartig gedenken

Projekt
andersartig gedenken

Theaterstück KÄTHE, Gewinner des bundesweiten Wettbewerbes andersartig gedenken on stage, eingereicht vom Theaterkurs 2DARG10 des Schulzentrums Geschwister Scholl aus Bremerhaven. 2016

Mehr über 'andersartig gedenken' erfahren

"Es ist grausig, wie man mit den kranken Menschen verfährt. Auch ein früherer Schüler von mir […] ist dort an ›Kreislaufschwäche‹ gestorben; man schickt dann einfach Todesanzeigen mit solchen Diagnosen. Die Nachricht hatte mich so mitgenommen, daß ich mich dann in der Straßenbahn ein Stück verfahren habe"

Tagebucheintrag des Breslauer Historikers Willy Cohn, 1. April 1941

Erinnerung

Erinnerung passiert nicht einfach.

Viele engagierte Menschen bewahren und vemitteln sie. Auf www.gedenkkort-t4.eu stellen wir Gedenkorte und Initiativen in Deutschland und Europa  vor.  Die wenigen überlebenden Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbechen konnten nur selten über ihre Erfahrungen sprechen.

Umso dringender braucht es  Menschen, die die Erinnerung pflegen und gestalten.
 

Datenbank
Unterstützen Sie uns, diesen virtuellen Gedenk- und Informationsort mit weiteren historischen Orten und Biografien zu füllen oder zu präzisieren.

Historische Orte einreichen oder korrigieren
Biografien einreichen oder korrigieren

Mit der Skulptureninstallation "Grafeneck 10654" erinnert Jochen Meyder an die Opfer von Grafeneck. Er plant, für jedes der Opfer eine Skulptur aus Terracotta zu schaffen, die Besucher mitnehmen können.
Euthanasiedenkmal der Neinstedter Anstalten von 1993.
Opferbiografien

118 Biografien von Opfern
der NS-"Euthanasie"-Verbrechen

Von 1940 bis 1945 wurden in Deutschland und Teilen des besetzten Europas an die 300.000 als behindert und psychisch krank eingestufte Menschen ermordet. Ziel der von den Tätern geplanten und durchgeführten Politik der Vernichtung  war es, ihre Opfer zu vernichten und alle Spuren zu beseitigen.

Unser Anliegen ist es, die Lebensgeschichten wieder sichtbar zu machen. In Zusammenarbeit mit Angehörigen und Gedenkinitiativen entstanden bereits zahlreiche Biografien von Opfern der nationalsozialistischen Patientenmorde. Diese Sammlung ist nicht abgeschlossen und wird ständig erweitert.

Zu vielen Opfern der NS-"Euthanasie"-Verbrechen gibt es keine Fotos. Wenn es zu einer Lebensgeschichte keine Abbildung gibt, verwenden wir Zeichnungen, die uns Horst Hoheisel zur Verfügung gestellt hat. Mehr dazu

"In meinen mit weißer Ölkreide verwischten Rohrfeder-Zeichnungen habe ich versucht, die Gesichter und damit die Einzigartigkeit jeder dieser Menschen hinter den gekalkten Busfenstern wieder sichtbar zu machen."

Horst Hoheisel

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Gedenkstätten in Europa

Orte des Gedenkens
Gedenkstätten, Museen, Stolpersteine, Initiativen

Alle Biografien von Opfern der NS-"Euthanasie"-Verbrechen sind mit Orten verwoben. Dort lebten sie, wurden gequält und ermordet , dort wird an sie erinnert. Diese Orte haben wir in die Sammlung aufgenommen und darüber hinaus auch solche, an denen Patienten getötet wurden, deren Lebensgeschichten (noch) nicht erforscht wurden.

Als historische Orte verstehen wir alle Orte, die mit der Geschichte der Verbrechen verbunden sind- sei es, dass dort zum Beispiel psychiatrische Einrichtungen waren, ein Täter dort lebte und arbeitete oder dass ein Stolperstein an ein Opfer erinnert. Auch Initiativen, die die Erinnerung pflegen, wurden aufgenommen.

Diese Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aktuell haben wir einen Datenbestand von 139 historischen Orten des Gedenkens veröffentlicht.

Nutzer der Seite möchten wir einladen, Ergänzungen und Korrekturen vorzunehmen und es mit ihrem Wissen zu ermöglichen, dass die Einträge aktuell bleiben und neue Orte hinzu kommen.

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Städte erkunden

Gedenkregion Berlin

In Berlin wurden die NS-"Euthanasie"-Verbrechen vorbereitet und organisiert. Hier stand die Villa an der Tiergartenstraße 4, hier gab es große psychiatrische Einrichtungen am Rande der Stadt, wo Patienten getötet wurden oder von wo aus sie deportiert wurden. In Berlin gibt es auch eine Reihe von Initiativen, die Forschungs-, Bildungs- und Gedenkarbeit leisten.

Auf dieser Seite präsentieren wir Orte in Berlin, an denen NS-"Euthanasie"-Verbrechen stattfanden, wo Täter wohnten und Opfer lebten und ermordet wurden. Wir stellen Initiativen vor, die über diese Verbrechen informieren und Gedenkarbeit leisten. 

Gedenkort-t4 versteht sich als offene Plattform und möchte dazu anregen, ähnliche Auswertungen auch für andere Städte und Regionen durchzuführen. Bildungs-, Gedenk- und Informationsangebote gibt es viele. Um ihre Sichtbarkeit ist es oft schlecht bestellt. Zusammen können wir das ändern.

Die Gedenktafel von Volker Bartsch wurde am 1. September 1989 an der Tiergartenstraße 4 enthüllt. Der Text darauf endet mit dem Satz: "Die Zahl der Opfer ist groß, gering die Zahl der verurteilten Täter"
Eröffnung der Aktion "Mobiles Museum" 1987, links Heinz Galinski, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland
Nach den Bauunterlagen erstellte Rekonstruktion der Villa an der Tiergartenstraße 4. (c) FPK Ingenieurgesellschaft mbH
Die Gewinner des 2. Preises des Wettbewerbes andersartig gedenken on stage
Nennung der Namen von Opfern

Wir stehen ein für die Nennung der Namen von Opfern der NS-"Euthanasie"-Verbrechen. Noch bis weit in die 2010-er Jahre hinein war dies unüblich. Vor allem Archive beriefen sich auf "schutzwürdige Rechte Dritter". Sie meinten damit die (de facto nicht existierenden) Sorgen von Angehörigen, nicht in Verbindung gebracht zu werden mit als psychisch krank oder behindert definierten Menschen. Wir halten diesen Ansatz für falsch . Rechtsanwalt Dr. Erhart Körting, Vizepräsident des Berliner Verfassungsgerichtshofes a.D und Senator für Inneres und Sport a.D. formulierte im Juli 2014 ein Gutachten, in dem er zum Schluß kommt, dass die Namensnennung vom geltenden Recht gedeckt ist. Diese Auffassung hat sich weitgehend durchgesetzt.

Neuigkeiten

Blog
Gedenkort T4

In unserem Blog berichten wir über Veranstaltungen, veröffentlichen Rezensionen, geben Angehörigen von Opfern eine Stimme und intervenieren auf dem Feld der Erinnerungskultur und der Gedenkpolitik. Beiträge von Gastautoren sind sehr willkommen!

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