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Historischer Ort: Denkmal der Grauen Busse, Porträt 7
Opferbiografie
Alfred Löwe
18691940

Alfred Löwe
Kaufmann aus Halle (Sachsen-Anhalt) (jüdisch)

geb. 03.03.1869 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
gst. 28.11.1940 in Bernburg (Sachsen-Anhalt)

Alfred Löwe wurde am 3. März 1869 als Sohn einer jüdischen Familie in Magdeburg geboren.

In Magdeburg heiratete er auch seine Frau Henriette Erxleben und hier kam die Tochter Emmy zur Welt. Später zogen die Löwes nach Halle um. Dort wurden vier weitere Kinder geboren – Rosa, Margarethe, Hans und Elsa. Alfred Löwe arbeitete als Kaufmann und erlebte den 1.Weltkrieg als deutscher Soldat. Wie viele assimilierte Juden verstand sich der getaufte Jude in erster Linie als Deutscher und die Schikanen der Nationalsozialisten gegen Juden empörten ihn. 

Biografie erstellt am 10.01.2018, letzte Aktualisierung: 24.01.2018

Die Ohnmacht, dies alles ohne Verteidigungsmöglichkeiten ansehen zu müssen, führte zu einer depressiven Erkrankung. Gegen seinen Willen wurde er von seinem behandelnden Arzt am 15. April 1939 in die Landesheilanstalt Altscherbitz eingewiesen und eineinhalb Jahre später im Rahmen des Euthanasie-Tötungsprogramms nach Bernburg gebracht und am 28. November 1940 in der Tötungskammer der dortigen „Heil- und Pflegeanstalt“ mit Gas ermordet. Der Familie wurde fälschlicherweise mitgeteilt, Alfred Löwe sei am 11. Dezember 1940 an einer Lungenentzündung gestorben. Auf intensives Nachfragen erhielt die Familie dann auch eine Urne mit der angeblichen Asche des Ermordeten. Sie wurde am 8. Januar 1941 auf dem Gertraudenfriedhof bestattet. Ein Jahr nach dem Mord, in einem erhalten gebliebenen Brief vom 6.Januar 1942, verlangte das hallesche Jugend- und Fürsorgeamt von der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ eine rückwirkende Zahlung für den Altscherbitzer Aufenthalt von Alfred „Israel“ Löwe, der am 11.12.1940 „in Bernburg verstorben“ sei.

Quellen

Quellen:
Privatarchiv Gudrun Goeseke
http://www.gedenkbuch.halle.de
Volkhard Winkelmann und Schülerprojekt "Juden in Halle" des Südstadt-Gymnasiums Halle (Hrsg.):
"Unser Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle" Halle 2004, 2. Auflage, weitere Aktualisierungen eingeschlossen
Archiv Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz
Aufzeichnungen Ursula Wolf

Assoziationen

Assoziationen
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Alle Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen haben ihre Individualität. Manche wurden jedoch aus ähnlichen Motiven verfolgt, einige teilten zum Beispiel Gewaltererfahrungen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere wiederum wurden doppelt sigmatisiert: Weil sie als psychisch krank und behindert galten und als homosexuell und jüdisch definiert wurden.
Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

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