Back to top
Opferbiographie: Mozek Checinski, Porträtfoto
Opferbiografie
Moszek Checinski
19021940

Moszek Checinski
Schneider aus Brüssel (jüdisch)

geb. 15.03.1902 in Piotrków Trybunalski
gst. 03.04.1940 in Warta (Wielkopolska)

Moszek Checinski war ein polnischer Jude aus Piotrkow Trybunalski in Polen. Er war das siebte von zehn Kindern seines Vaters Mordka Checinski. Moszek war von Beruf Schneider und zog im Jahr 1929 von Polen nach Belgien, um dort in einer Fabrik Arbeit zu finden

Biografie erstellt am 27.01.2019, letzte Aktualisierung: 29.04.2019

Er kam nach Polen zurück, um seine Frau Estera Zandberg zu treffen. Zusammen mit ihr kehrte er im Dezember 1932 nach Brüssel zurück. Sein einziges Kind, seine Tochter Gilberte Checinski Hunkins, wurde dort 1935 geboren.

Moszek war ein charmanter Mann mit Herz, der launenhaft und manchmal explosiv sein konnte. Er hatte Schwierigkeiten, Arbeit zu finden und musste in Heimarbeit Lederwaren fertigstellen, um für seine Familie sorgen zu können.

Opferbiographie: Mozek Checinski, Porträtfoto
Porträt von Moszek Checinski, Ausschnitt aus einem 1937 ausgestellten Dokument.

Schließlich beantragte er einen Gewerbeschein, mit dem er Waren an der Straßenecke verkaufen konnte. Weitere Arbeit fand er durch das Bügeln von Kleidern. Im Jahr 1938 war einige Male als Patient in der psychiatrischen Abteilung des „Hopital Brugman“ in Brüssel. Im Oktober dieses Jahrs kam er in die geschlossene Abteilung und Dezember in die Rehabilitations- und Arbeitskolonie Wortel in Flandern.

Im August 1939 wies ihn das Gesundheitsministerium zwangsweise in seine Heimat aus. Er passierte die Grenze bei Zbąszyn. Wir wissen nicht, ob er dort von Verwandten abgeholt wurde und es ist auch unbekannt, wie er in das psychiatrische Krankenhaus in Warta kam.

Er starb als ein Opfer der Aktion T4 der nationalsozialistischen Regierung, die im besetzen Polen Techniken der Massenvergasung perfektionierte.Er hinterließ seine Frau Ester und seine Tochter Gilberte.

Mary Clark Hunkins

marylclark@gmail.com

 

 

Anmerkung: Zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens in Brüssel wurde Moszeks Geburtsdaten falsch notiert. Es wurde der 15. Oktober 1902, nicht der 15. März 1902 eingetragen. Dies beruhte vermutlich auf einer Verwechslung mit dem Geburtstag seiner Tochter Gilberte am 15. Oktober.

Moszek Checinski mit Ehefrau in Brüssel 1933/ Moszek Checinski with his wife in Brussels, 1933.
Assoziationen

Assoziationen
As­so­zi­a­tive Beziehungen und Verknüpfungen

Alle Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen haben ihre Individualität. Manche wurden jedoch aus ähnlichen Motiven verfolgt, einige teilten zum Beispiel Gewaltererfahrungen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere wiederum wurden doppelt sigmatisiert: Weil sie als psychisch krank und behindert galten und als homosexuell und jüdisch definiert wurden.
Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

Assoziative Verbindungen

Diese Links führen Sie zu gefilterten Suchseiten von Opferbiografien

Tätigkeiten
Biografien korrigieren

Sie haben mehr Informationen oder Anmerkungen zu 'Moszek Checinski'?

Bitte helfen Sie uns bei der Vervollständigung der Biografie von 'Moszek Checinski'. Wenn Sie mehr wissen, Bild- oder anderes Material haben, würden wir uns sehr freuen, mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Eine Seite des Gedenkbuches in der Gedenkstätte Grafeneck

Bereits während der Schreckensherrschaft des NS-Regimes wurden viele Dokumente vernichtet. Nach 1945 herrschte lange ein Klima des Schweigens und Verdrängens. Wir wollen dazu beitragen, die Opfer wieder sichtbar zu machen. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Hervorgehobene Biografien

Neueste und hervorgehobene Biografien von Opfern

Die Sammlung von Opferbiographien begann im Jahr 2010 und wächst seither stetig. Hier sehen Sie Biografien, die kürzlich hinzugefügt wurden und solche, die aus Anlass eines Jahrestages oder Ereignisses hervorgehoben wurden. Angehörige und Erinnerungsinitiativen haben sie uns zur Verfügung gestellt.