Back to top
Historischer Ort: Denkmal der Grauen Busse, Porträt 7
Opferbiografie
Ernst König
18991940

Ernst König
Kaufmann aus Konstanz (Baden-Württemberg)

geb. 27.06.1899 in Konstanz (Baden-Württemberg)
gst. 24.07.1940 in Grafeneck (Baden-Württemberg)

Ernst König wurde im Alter von 41 Jahren ermordet: ein Opfer der „Euthanasie.“ Aus der eigentlichen Bedeutung des Wortes „Euthanasie“ – „schöner Tod“ – leiteten die Nationalsozialisten die Pflicht des Staates ab, sogenannte Ballastexistenzen zu ermorden. Geistig Kranke wurden als wertlos bezeichnet, ihr Tod bedeute für die sogenannte Volksgemeinschaft eine finanzielle Einsparung. „T4-Aktion“ war der Tarnname für dieses Ermordungsprogramm, benannt nach dem Sitz der zuständigen Entscheidungsbehörde in Berlin, Tiergartenstraße 4. Diese Behörde richteten die Nazis ein, um psychisch Kranke im gesamten Reichsgebiet zu erfassen und der Vernichtung zuzuführen.

Biografie erstellt am 16.01.2018, letzte Aktualisierung: 25.01.2018

Da keine Verwandten oder Nachfahren ermittelt werden konnten, lässt sich leider nur sehr wenig zu Ernst Königs Biografie sagen.
Ernst König wurde am 27. Juni 1899 in Konstanz geboren. Er wuchs am Bodanplatz 12 auf und lebte dort mit seinen Eltern, Jakob König und Fanny, geborene Roder, bis zum Jahr 1922. Als Berufsbezeichnung findet man Friseur-Lehrling und später Kaufmann.
Bereits im Jahr 1919 war er Patient in der Heil- und Pflegeanstalt Konstanz/Reichenau. Angaben über seine Erkrankung oder Patientenakten sind leider nicht mehr auffindbar.


Nach dem Tode seiner Eltern lebte er noch bis zum 23. September 1931 im Alters- und Pflegeheim der Stadt Konstanz, dem sogenannten Gütle, am Luisenplatz 1. Den Luisenplatz gibt es heute nicht mehr, aber das Gebäude steht noch hinter der Herzklinik.
Danach verbrachte Ernst König fast neun Jahre in der Pflegeanstalt Reichenau.


Aus den Transportlisten, die Dank der Recherchearbeit von Herrn Faulstich noch vorhanden sind, geht hervor, dass Ernst König am 24. Juli 1940 mit dem vierten von insgesamt 11 Transporten von der Reichenau deportiert wurde. Zusammen mit 74 weiteren Männern wurde er an diesem Sommertag in einem der grauen Busse zur Tötungsanstalt Grafeneck auf der schwäbischen Alb gebracht.


Dort wurde er noch am selben Tag vergast und eingeäschert – ein Schicksal von insgesamt 10 654 Menschen, die von Januar bis Dezember 1940 in Grafeneck ermordet wurden.

Assoziationen

Assoziationen
As­so­zi­a­tive Beziehungen und Verknüpfungen

Alle Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen haben ihre Individualität. Manche wurden jedoch aus ähnlichen Motiven verfolgt, einige teilten zum Beispiel Gewaltererfahrungen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere wiederum wurden doppelt sigmatisiert: Weil sie als psychisch krank und behindert galten und als homosexuell und jüdisch definiert wurden.
Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

Label für Themenfeld Assoziationen

Diese Links führen Sie zu gefilterten Suchseiten von Opferbiografien

Tätigkeiten

Mit ‚Ernst König‘ verknüpfte Biografien

Biografien korrigieren

Sie haben mehr Informationen oder Anmerkungen zu 'Ernst König'?

Bitte helfen Sie uns bei der Vervollständigung der Biografie von 'Ernst König'. Wenn Sie mehr wissen, Bild- oder anderes Material haben, würden wir uns sehr freuen, mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Eine Seite des Gedenkbuches in der Gedenkstätte Grafeneck

Bereits während der Schreckensherrschaft des NS-Regimes wurden viele Dokumente vernichtet. Nach 1945 herrschte lange ein Klima des Schweigens und Verdrängens. Wir wollen dazu beitragen, die Opfer wieder sichtbar zu machen. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Hervorgehobene Biografien

Neueste und hervorgehobene Biografien von Opfern

Die Sammlung von Opferbiographien begann im Jahr 2010 und wächst seither stetig. Hier sehen Sie Biografien, die kürzlich hinzugefügt wurden und solche, die aus Anlass eines Jahrestages oder Ereignisses hervorgehoben wurden. Angehörige und Erinnerungsinitiativen haben sie uns zur Verfügung gestellt.