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Seite: Historische Orte, Ausschnitt Tiergartenstrasse
Orte und Initiativen
in Berlin
Orte und Initiativen
in Berlin
Geschichte in der Region

Historische Gedenkregion Berlin
Orte der NS-"Euthanasie"-Verbrechen

In Berlin wurden die NS-"Euthanasie"-Verbrechen vorbereitet und organisiert. Hier stand die Villa an der Tiergartenstraße 4, hier gab es große psychiatrische Einrichtungen am Rande der Stadt, wo Patienten getötet wurden oder von wo aus sie deportiert wurden. In Berlin gibt es auch eine Reihe von Initiativen, die Forschungs-, Bildungs- und Gedenkarbeit leisten.

Auf dieser Seite präsentieren wir Orte und Initiativen in Berlin, an denen NS-"Euthanasie"-Verbrechen stattfanden, wo Täter wohnten und Opfer lebten und ermordet wurden. Für  Berlin haben wir eine Auswertung in einer hohen Detailstufe vorgenommen. Wir streben an, dies auch für andere Regionen zu ermöglichen.

Gedenkregion Berlin

Initiativen, Biografien und historische Orte
Ausgewählte Orte in Berlin

Historischer Ort: Alter Anstaltsfriedhof Wittenau, Friedhofsmauer
Rest der Friedhofsmauer

Freundeskreis Gedenkort Alter Anstaltsfriedhof

Hier treffen sich Angehörige, ehemalige Mitarbeiter, Anwohner und Interessierte  auf Einladung des Klinikpfarrers, um gemeinsam zu überlegen, wie es mit dem Friedhof der ehemaligen Wittenauer Heilstätten weitergeht und was der Freundeskreis dafür tun kann.

Mehr Informationen unter: externer Link

Seite: Förderkreis, Foto des Vorstandes
Der Vorstand des Förderkreises des Gedenk- und Informationsortes in der Tiergartenstraße 4.

Förderkreis Gedenkort T4 e.V.

Der Verein will den „Gedenk- und  Informationsort Tiergartenstraße 4 für die Opfer der NS - „Euthanasie“ - Morde“ in Berlin, der am 2.9.2014 der Öffentlichkeit übergeben wurde, besser bekanntmachen und will zur Erneuerung und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für diesen Ort beitragen. 

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Historische Orte: Berlin, Arbeitsgemeinschaft Bund der Euthanasiegeschädigten und Zwangssterilisierten
Logo der AG Bund der Euthanasie-Geschädigten und Zwangssterilisierten

Arbeitsgemeinschaft Bund der „Euthanasie“-Geschädigten
und Zwangssterilisierten

Der Bund der Euthanasiegeschädigten und Zwangssterilisierten wurde 1987 von Klara Nowak gegründet, die selbst zwangssteriliert worden war. Der Vereinssitz befand sich in Detmold. 2009 wurde der Verein aufgelöst, hat aber als AG BEZ eine Struktur und ein Büro in Berlin.

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Historischer Ort: Tiergarten4Association,
Logo der Tiergarten 4 Association

Tiergarten4Association e.V.

Der Verein besitzt an seinem Vereinssitz in Berlin-Lichterfelde ca. 18.000 Bücher zu seinen Hauptforschungsgebieten:NS-"Euthanasie"-Verbrechen, Holocaust, Konzentrations- und Vernichtungslager. Darüber hinaus wurden an die eine Million Scans aus Archiven weltweit zusammengetragen, die die Forschungstätigkeit des Vereins ermöglichen. 

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Historischer Ort: Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch, Ansicht des Denkmals, Kissen
Das Denkzeichen der Berliner Künstlerin Patricia Pisani besteht aus einem Objekt aus Kunstharz, das in Form eines überdimensionierten weißen Kopfkissens auf der Rasenfläche platziert ist.

Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch
Helios Klinikum Berlin-Buch

Seit den 1990er Jahren gab es Bestrebungen, die Geschichte des Bucher Medizinstandortes nicht mehr zu verschweigen. Vor allem Hannelore Dege und Rosemarie Pumb ist es zu verdanken, dass 2012 der " Bucher Runder Tisch - Geschichte" eingerichtet wurde.

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Historischer Ort: Herzberge, Foto des Krankenhauses 2014
Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, 2014

Städtische Heil- und Pflegeanstalt Herzberge
(Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

Viele Patienten aus Herzberge wurden ab 1934 zwangssterilisiert. Zahlreiche Patienten wurden aus verschiedenen Berliner Anstalten nach Herzberge verlegt und auch von dort wieder in andere Einrichtungen gebracht. Die Patienten aus Herzberge, die während der Aktion T4 getötet wurden, waren zumeist erst in die Zwischenanstalt Neuruppin gebracht worden und von dort in die T4-Tötungsanstalten Bernburg und Brandenburg/Havel. Mindestens 91 Patienten wurden aus Herzberge nach Neuruppin und von dort weiter in die T4-Tötungsanstalt Hadamar deportiert. 

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Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde

Auch nach dem vorgeblichen Ende der „Euthanasie“ im August 1941 wurden in der Tiergartenstraße 4 weiterhin die Anstalten mit ihren Belegungszahlen und Bettenkapazitäten erfasst.  Am 2.9.2014 wurde der Gedenk- und Informationsort der Öffentlichkeit übergeben. Ein Jahr vorher fand ein Gestaltungswettbewerb mit 27 Teilnehmern statt. 

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Historischer Ort: Stolperstein für Wilhelm Vellguth, Foto des Stolpersteines
Der Stolperstein für Wilhelm Vellguth wurde im September 2010 am Reichpietschufer 64 in Berlin-Schöneberg verlegt.

Stolperstein für Wilhelm Vellguth

Der Stolperstein für Wilhelm Vellguth wurde im September 2010 am Reichpietschufer 64 in Berlin-Schöneberg verlegt.

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Täterbiografie: Irmfried Eberl, Foto Eberl in Treblinka
Irmfried Eberl 1942 in der besetzten Sowjetunion. Quelle: Ghetto Fighters House

Biografie von Imfried Eberl
Arzt und Massenmörder

Irmfried Eberl war "Euthanasie"-Arzt in Brandenburg/Havel und Bernburg. Er war erster Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka. In Berlin lebte er in der Innsbrucker Straße 34.

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Opferbiographie. Martha Jentsch, Porträtfoto
Porträtfoto von Martha Jentsch aus der Krankenakte, bearbeitet, 1940er Jahre

Biografie von Martha Jentsch

Martha Jentsch wurde am 10.12.1880 in Wriezen an der Order geboren. Sie wohnte in der Ebersstraße 72 in Berlin-Schöneberg. Laut Diagnose des Aufnahmearztes zeigte sie keinerlei Krankheitssymptome, trotzdem wurde sie am 6.4. 1944 nach Meseritz-Obrawalde verlegt. Nur fünf Tage später soll sie an einer Lungenentzündung erkrankt sein, an der sie am 17.5. 1944 verstorben sein soll. 

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Historischer Ort: Wittenau, totgeschwiegen
Die Ausstellung totgeschwiegen in den ehemaligen Wittenauer Heilstätten.

Totgeschwiegen e.V.

Der Verein totgeschwiegen e.V. betreut die gleichnamige Ausstellung in den ehemailgen Wittenauer Heilstätten.

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Opferdatenbank Berlin-Buch

Datenbank der Opfer der Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch

Zwischen 1939 und 1945 fielen mehr als 300.000 Menschen den verschiedenen Mordaktionen an psychisch Kranken und geistig Behinderten im Deutschen Reich und den eroberten Gebieten zum Opfer.

Die euphemistisch als „Euthanasie“, d. h. Gnadentod, bezeichnete Vernichtung lebensunwerten Lebens durch das NS-Regime forderte in ihrer ersten, zentral gesteuerten Phase bis August 1941 das Leben von etwa 70.000 Patienten. In der anschließenden dezentralen „Euthanasie“ verloren bis Kriegsende weitere ca. 87.000 Psychiatriepatienten durch Medikamentenüberdosierung und Mangelversorgung ihr Leben. Darüber hinaus starben mindestens 50.000 Frauen, Männer und Kinder bei verschiedenen „Euthanasie“-Sonderaktionen; weitere rund 80.000 psychisch Kranke verhungerten in den besetzten Gebieten oder wurden brutal ermordet. Die Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch fungierte im Geflecht der verschiedenen Mordaktionen hauptsächlich als Abgabeanstalt.

Im Herbst 1939, am Beginn der „Aktion T4“ – der Ermordung psychiatrischer Patienten mit Kohlenmonoxid –, war Buch, die größte Berliner Heilanstalt mit durchschnittlich 2.825 Patienten. Hinzu kamen etwa 1.100 Patienten in Außen- oder in Familienpflege. Der geringe Stellenwert, den das NS-Regime psychisch Kranken und geistig Behinderten zumaß, zeigte sich nach dem Überfall auf Polen und unter Kriegsverhältnissen besonders deutlich. Die Heil- und Pflegeanstalt wurde aufgelöst und in ein allgemeines Krankenhaus umgewandelt. Der Abtransport der Patienten begann im März 1940. Bis zum Sommer wurden mindestens 480 Bucher Patienten direkt in die „Euthanasie“-Anstalt in Brandenburg/Havel deportiert und ermordet. Die übrigen Anstaltsbewohner kamen in  andere Heilanstalten in Berlin oder im brandenburgischen Umland. Zum 1. November 1940 wurde die Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch offiziell aufgelöst.

Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanzierte 2015-2016 ein Projekt zur Erforschung des Schicksals der Bucher Patienten. Im Zuge dieser Arbeiten entstand eine Datenbank mit über 9.000 Namen. Mehr als 2.900 Frauen, Männer und Kinder starben im Zeitraum vom 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945. Ihre Namen werden ergänzt um Geburtsdatum und Geburtsort sowie Sterbedatum und Todesort im Gedenkbuch resp. der vorliegenden Datenbank genannt.

Bei der Menge der Daten sind Fehler nahezu unvermeidlich. Unvollständige Akten, schlecht lesbare Handschriften, unbekannte Abkürzungen u.a. waren eine ständige Herausforderung. Die Kürze der Projektlaufzeit ließ keine Überprüfung aller Namen mit amtlichen Quellen, d. h. Personenstandsunterlagen, zu. Eine weitere Schwierigkeit bestand in der geographischen Zuordnung des Geburtsortes. Das Einzugsgebiet der Stadt Berlin erstreckte sich weit über die Oder in östliche Richtung. Viele Orte liegen heute auf dem Territorium eines anderen Staates, was die Recherchen zusätzlich erschwerte.

Diese Datenbank ist nichts Statisches. Sie soll korrigiert, ergänzt und erweitertet werden. Die Datenbank wurde von Dr. Dietmar Schulze erarbeitet.

Für Hinweise auf bislang nicht bekannte Opfer von „Euthanasie“ und NS-Psychiatrie aus Berlin-Buch oder auf fehlerhafte Schreibweisen und Daten wenden sie sich bitte an:  

robert.parzer@gedenkort-t4.eu

Biografien einreichen

Biografie nicht gefunden?

Die meisten Opfer der nationalsozialistischen Patientenmorde sind nach wie vor anonym. In vielen Familien wurde nach 1945 die Ermordung eines Angehörigen verschwiegen. Auch in der historischen Forschung wurde das Thema sehr lange nicht bearbeitet. Gerne veröffentlichen wir die Ergebnisse Ihrer Recherchen und unterstützen Sie bei der Suche nach Informationen.

Biografien einreichen: Foto Akten

Auch heute noch stehen forschende Angehörige und Initiativen vor großen Herausforderungen: Wo Patientenakten liegen, welche Archive zuständig sind – all das ist oft nur schwer zu durchschauen. Hier können wir Hilfestellung geben.

Historischen Ort einreichen

Historischen Gedenkort nicht gefunden?
Ergänzen Sie historische Orte

Wir rufen Sie dazu auf, Ihr Wissen zu teilen! Alle Forschenden und Interessierten möchten wir einladen, mit ihren Fragestellungen und Forschungsergebnissen die Seite zu bereichern und zu ergänzen. Wir verstehen uns als ein partizipatives Projekt und möchten dazu beitragen, Informationen zur Geschichte der NS-"Euthanasie"-Verbrechen und zu personen- und ortsbezogenen Recherchen bereitzustellen.

Auf diese Weise können Sie sich in den laufenden Prozess der Erweiterung von www.gedenkort-t4.eu einbringen.

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Gedenkort T4

In unserem Blog berichten wir über Veranstaltungen, veröffentlichen Rezensionen, geben Angehörigen von Opfern eine Stimme und intervenieren auf dem Feld der Erinnerungskultur und der Gedenkpolitik. Beiträge von Gastautoren sind sehr willkommen!