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Historischer Ort: Suworowskoe, Gebäude
Weiler Tretja Retschka Kotschety
Regionales Psychiatrisches Kinderkrankenhaus Suworowskoje
Weiler Tretja Retschka Kotschety
Regionales Psychiatrisches Kinderkrankenhaus Suworowskoje

Weiler Tretja Retschka Kotschety (Regionales Psychiatrisches Kinderkrankenhaus Suworowskoje)
Psychiatrisches Krankenhaus in с. Суворовское

Das 69 Kilometer von Krasnodar entfernte Regionale Psychiatrische Kinderkrankenhaus  wurde 1926 auf dem Areal eines ehemaligen Männerklosters eingerichtet, das schon immer als spirituelles Zentrum und Heimstätte für Kranke und Waisen gedient hatte. Im August 1942 wurden hier ca. 40 Kinder mit der Diagnose Epilepsie behandelt. In den Gebäuden des Krankenhauses waren außerdem etwa 100 gesunde Kinder untergebracht, die aus einem Kinderheim in der Kosakensiedlung Tenginskaja (Rajon Ust-Labinsk) evakuiert worden waren. 

Eines der erhaltenen Gebäude des Regionalen Psychiatrischen Kinderkrankenhauses, in dem während des Krieges die Jungen unterbracht waren. Bis 1949 fungierte es als psychiatrisches Kinderkrankenhaus, danach wurden dort Erwachsene mit psychischen Problemen behandelt. Quelle: Irina Rebrova, 2018

Psychiatrisches Krankenhaus

Adresseул. 60 лет Октября, 1
352347 с. СуворовскоеRoutenplaner
LinksWebseite der Ausstellung
KontaktFrau Irina Rebrova
Exhumierung der Patient:innen in Massengräber in fünf Kilometern Entfernung vom Kinderkrankenhaus, Weiler Tschernyschewka, 1943.Quelle: Archiv FSB (H-16708. Kriegsverbrecherprozess in Krasnodar, 1943. Bd. 14). Zugang im Archiv USHMM.

Während der Besatzung der Region im Zweiten Weltkrieg wurden 42 Kinder aus dem Kinderkrankenhaus in einem Gaswagen getötet. Im September 1942 fuhren Angehörige des Sonderkommandos 10a der Einsatzgruppe D mit zwei Fahrzeugen (ein PKW und ein Gaswagen) vor dem Gebäude, in dem sich die behandelten Kinder befanden, vor. Auf ihre Anordnung hin mussten 42 Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren in den Gaswagen einsteigen. Man brachte sie in den fünf Kilometer vom Krankenhaus entfernten Weiler Tschernyschewka (heute das Dorf Suworowskoje). Ihre Leichen warfen die Nationalsozialisten in eine vorbereitete Grube, die leicht mit Erde bedeckt wurde. Später zwang man eine Gruppe von Kolchosbauern, ein Grab auszuheben.

Historische Aufarbeitung / Gedenken

Nach der Befreiung der Region wurde die Kinderleichen exhumiert, analysiert und in dem selben Grabe wieder begraben. Der Ort wurde nicht markiert, kein Denkmal wurde errichtet. Der Fall der Ermordung der 42 Kinder wurde am ersten sowjetischen Kriegsverbrecherprozess in Krasnodar im Juli 1943 bekannt. Die Namen alle Opfer wurden in einem Akt der regionalen sowjetischen Außerordentlichen Staatlichen Kommission notiert.

Akte der Außerordentlichen Staatlichen Kommission für den Weiler Tretja Retschka Kotschety (Rajon Ust-Labinsk) vom 13. Februar 1943. Zitat: Die Kinder, die in den Wagen stiegen, verfluchten die Nazis und sagten: „Ihr verdammten Bestien! Wir sterben für unser Vaterland, wir sterben für unseren geliebten Stalin. Lebt wohl, Genossen!“ Die Kinder weinten und baten flehentlich, sie hierzulassen, aber die Nazis stießen sie wie Tiere in den Wagen. Nachdem es sich vom Krankenhausgebäude entfernt hatte, hielt das Fahrzeug an, der Strom wurde eingeschaltet [Gemeint ist wahrscheinlich, dass das Gas in den Laderaum geleitet wurde], und die Kinder wurden im LKW getötet. Quelle: Akte der Außerordentlichen Staatlichen Kommission vom 13 Februar 1943, Weiler Tretja Retschka Kotschety (Region Krasnodar), Archivabteilung der Verwaltung des Rajons Ust-Labinsk. Best. R-4, Akte 9. Bl. 6.

Ein Gedenktafel mit den Namen der 42 getöteten Kinder aus dem Psychiatrischen Kinderkrankenhaus wurde 2017 auf Initiative der Verwaltung der ländlichen Siedlung Suworowskoje an einem Gedenkort errichtet, der „den während des Großen Vaterländischen Krieges getöteten Landsleuten“ gewidmet ist. 2009 wurde einen kurzen Dokumentarfilm gedreht mit dem Versuch den Ort des Massengrabes zu finden.

2018 wurde die Geschichte des Kindermordes in der Ausstellung „Vergesst uns nicht...“ präsentiert. Die Ausstellung gab den Impuls für eine Spendensammlung zum Bau einer Kapelle nahe dem heutigen Psychiatrischen Klinikum, um der Kinder zu gedenken. Im Jahr 2021 versuchten die Suchorganisationen der Region Krasnodar laut der bekannten Quellen den Ort des Massengrabes zu finden. Bis jetzt aber ist er immer noch fehlgeschlagen.

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