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Historische Orte: Denkmal der Grauen Busse, Weissenau
Denkmal der grauen Busse
Denkmal der grauen Busse

Denkmal der grauen Busse
Denkmal in Ravensburg

Das Denkmal der Grauen Busse ist eine Gedenkinstallation und ein mobiles Denkmal, das von Andreas Knitz und Horst Hoheisel im Jahr 2006 entworfen wurde und das seitdem von ihnen begleitet wird. Das Denkmal verweist auf die so genannten "Grauen Busse", mit denen Patienten zu den Orten ihrer Ermordung gefahren wurden. Es "wandert" zu Orten, die mit den NS-"Euthanasie"-Verbrechen verbunden sind. Der Originalentwurf steht in der Weißenau in Ravensburg, ein Abguss in Köln und ein dritter Bus ist nahezu andauernd unterwegs. 

Denkmal

AdresseWeingartshofer Straße 2
88214 RavensburgRoutenplaner
LinksWebseite des Denkmals
KontaktHorst Hoheisel Andreas Knitz
ÖffnungszeitDas Original des Denkmals steht in Ravensburg, ein Abguss in Köln, ein anderer zieht von Ort zu Ort. Informationen auf der Webseite des Projektes.
Grauer/Roter Bus

Wie dieses Foto zeigt, waren nicht alle Busse, mit denen Patienten zu den T4-Tötungsanstalten gebracht wurden, grau. Es handelte sich um Busse der Reichspost, die vermutlich zur Mitte des Jahres 1940 aus Luftschutzgründen grau gestrichen wurden.

Abtransport von Patienten der Anstalt Liebenau, 2.10.1940. Links prüfen der Arzt der Anstalt und seine Sekretärin (die Ordensschwester) anhand einer Liste die Identität der beiden vor ihnen stehenden Männer. Rechts bringt ein Angehöriger des Transportpersonals einen Stempelabdruck auf den Unterarm eines vor ihm stehenden Mannes. Foto des Anstaltspfarrers Alois Dangelmaier. Mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Liebenau.

Seit seiner Aufstellung in Liebenau im Jahr 2006 war das Denkmal bereits an zahlreichen Orten aufgestellt. 

Zahlreiche Informationen bieten:

  • Die Webseite des Projektes
  • Die Webseite des Forschungsbereiches Geschichte und Ethik in der Medizin am Zentrum für Psychiatrie Weissenau,der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm 
Im Jahr 2014 stand das Denkmal der Grauen Busse in Poznan vor dem ehemaligen Kaiserschloss.
Portraits von Opfern im Bus

Von Horst Hoheisel

Die Fenster der Grauen Busse waren gekalkt. Die Gesichter der Menschen hinter den Scheiben sollten auf ihren Fahrten durch die Städte und Dörfer zu den Tötungsorten nicht erkannt werden.
In meinen mit weißer Ölkreide verwischten Rohrfeder-Zeichnungen habe ich versucht, die Gesichter und damit die Einzigartigkeit jeder dieser Menschen hinter den gekalkten Busfenstern wieder sichtbar zu machen - als hätte ich mit meiner Hand über die Scheiben gewischt und für einen kurzen, flüchtigen Moment ein Gesicht erkannt. Hinter einer solchen Scheibe fuhr auch eine Verwandte von mir, eine Cousine meiner Mutter. Ein Grauer Bus brachte sie nach Hadamar. Sie hieß Gisela von Rutkowski und wurde am 13. Juni 1941 im Alter von 26 Jahren dort ermordet.

Auf www.gedenkort-t4.eu verwenden wir diese Zeichnungen, um den Opfern der NS-"Euthanasie"-Verbrechen, für die es keine fotografische Überlieferung gibt, ein Gesicht zu verleihen.

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Viele Orte, an denen NS-"Euthanasie"-Verbrechen stattfanden,  haben mit einander zu tun. Patienten wurden zwischen Anstalten hin- und hergebracht, Täter arbeiteten an identischen Orten. Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Es ist daran gedacht, in Zukunft noch besser den Netzwerkcharakter der Aktion T4 abbilden zu können.

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Mit ‚Denkmal der grauen Busse (Ravensburg)‘ verknüpfte Biografien

Literaturverweise

Ausgewählte Literatur zum Thema

Nach-Bilder des Holocaust in zeitgenössischer Kunst und Architektur
2002, Hamburg

AutorJames E. Young
ISBN 3-930908-70-0

Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit
2017, Zwiefalten

Das Denkmal der Grauen Busse

AutorThomas Müller u.a. (Hg.)
ISBN978-3-931200-25-1

Erinnern und Gedenken.
2007, Konstanz

Das Mahnmal Weißenau und die Erinnerungskultur in Ravensburg (= Historische Stadt Ravensburg. Band 5)

AutorFranz Schwarzbauer u.a. (Hg.)
ISBN978-3-89669-625-0
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