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Historischer Ort: Denkmal der Grauen Busse, Porträt 1
Victims biography
Reinhold Beller
18861940

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Reinhold Beller
Gelegenheitsarbeiter from Winterthur (Zürich)

b. 02/17/1886 in Pfullendorf (Baden-Württemberg)
d. 07/24/1940 in Grafeneck (Baden-Württemberg)

Von Paul-Otto Schmidt-Michel

Von Reinhold Beller konnte weder im Bundesarchiv noch in Schweizer Archiven eine ­Krankenakte gefunden werden. Er wurde am 24.7.1940 in Grafeneck ermordet. Im Staats­archiv des Kantons Zürich findet sich jedoch ein Protokoll des Regierungsrats aus dem Jahr 1934, Sitzung vom 31.Mai 19341, in dem die «Ausweisung und Ausschaffung» von Reinhold Beller durch den Kanton Zürich beschlossen wurde.

  1. Staatsarchiv Zürich, Signatur Z 42.5027.
Biography created on 03/23/2018, last update on 05/31/2018

«Mit Schreiben vom 2. Mai 1934 beantragt die Direktion des Armenwesens des Kanton Zürich die Heimschaffung des ledigen Reinhold Beller, geboren am 17. Februar 1886, von Pfullendorf, Baden, wohnhaft Winterthur, Ackeretstr. 13, da der genannte zu Lasten der zürcherischen Staatskasse unterstützt werden muss. Beller ist seit 1919 in Winterthur wohnhaft und muss nun in letzter Zeit von den Armenbehörden oft unterstützt werden. Das Arbeitsamt kann dem Manne keine Arbeit mehr vermitteln, nachdem verschiedene Versuche gescheitert sind. Eine ärztliche Untersuchung im Jahre 1933 ergab, dass Beller an schwerer Psychopathie mit Halluzinationen des Körpergefühls leidet und deshalb anstaltspflegebedürftig sei. Beller ist mittellos und hat keinerlei hülfsfähige Angehörige. Die Übernahmeerklärung des badischen Bezirksamtes Pfullendorf liegt vor. Die Voraussetzungen zur Ausweisung des Beller im Sinne von ­Artikel 10, Absatz 1, lit. c, des Bundesgesetzes über Aufenhalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 sind erfüllt. Der Regierungsrat.»

Am 11.4.1934 hatte das Arbeitsamt Winterthur an den «Schweiz. Metallarbeiter-Verband», in Kopie an das Fürsorgeamt, geschrieben: «(...) da er melken und mähen kann, wurde er zu Landwirt Ganz in Buch am Jrchel (sic!) vermittelt. Heute meldet er sich wieder arbeitslos und gibt an die Stelle von sich aus verlassen zu haben, da er aus hygienischen Gründen nicht mehr habe bleiben können».

Das «Fürsorgeamt Winterthur, Armenpflege» hatte dann am 23.4.1934 den Antrag zur Ausweisung an den Kanton mit folgender Begründung gestellt: «Beller hat da und dort noch gearbeitet, nirgends lange und überall sich auffällig benommen. Wir können den Mann auf Dauer in diesem Zustand nicht hier behalten. Eine Internierung in einer hiesigen Anstalt käme für die heimatliche Behörde zu teuer und eine Beitragsleistung unsererseits ist ausgeschlossen».

Assoziationen

Assoziationen
As­so­zi­a­tive Beziehungen und Verknüpfungen

Alle Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen haben ihre Individualität. Manche wurden jedoch aus ähnlichen Motiven verfolgt, einige teilten zum Beispiel Gewaltererfahrungen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere wiederum wurden doppelt sigmatisiert: Weil sie als psychisch krank und behindert galten und als homosexuell und jüdisch definiert wurden.
Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

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