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Historischer Ort: Denkmal der Grauen Busse, Porträt 9
Victims biography
Gertrud Textoris
19001940

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Gertrud Textoris
from Duisburg (Nordrhein-Westfalen)

b. 05/16/1900 in Duisburg (Nordrhein-Westfalen)
d. 04/02/1940 in Grafeneck (Baden-Württemberg)

Frau Gertrud Textoris  aus Duisburg, zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt, wurde am 20.9.1939 erstmals in der Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau aufgenommen. Ihr Ehemann begleitete sie und gab dem aufnehmenden Arzt Auskunft über das Verhalten seiner Frau. Die Aufnahmediagnose lautete „Dementia paralytik“.1Als psychische Symptome werden „flache Euphorie, Halluzinationen, Gedächtnisstörungen“ angegeben. Familienbiographisch wird beschrieben, dass der Vater Bleischmelzer gewesen und mit 55 Jahren verstorben ist, die Mutter ist 54-jährig gestorben, Ursache war unklar gewesen. Sie hat eine Schwester, die an Krebs erkrankt ist.

  1. Drittes Stadium einer Syphilis-Erkrankung
Biography created on 07/26/2018, last update on 12/13/2018

Der Ehemann berichtet, dass die Erkrankung seiner Frau im März 1939 begonnen habe: sie sei unordentlich geworden, sie habe unmotiviert gelacht und sei beim Gehen unsicher geworden. Sie sei daraufhin in einem Allgemeinkrankenhaus in Duisburg behandelt worden („kombinierte Neo-Salvarsan-Bismogenol-Kur“) und am 16.6.1939 wieder entlassen worden. Ein plötzlicher Erregungszustand habe dann am 10.9.1939 zur polizeilichen Einweisung geführt. In der kurzen Verlaufsbeschreibung in der Krankengeschichte (ca. 5 Monate bis zu ihrer Deportation nach Zwiefalten) werden vornehmlich die Symptome wie im Aufnahmebefund beschrieben („Größenideen, euphorisch, wahnhaft, verworren“) und Behandlungsversuche mit  Salvarsan und Chinin beschrieben.

Wie bei vielen Opfern endet die Krankengeschichte mit der Bemerkung  „Überführt nach Zwiefalten“. 


Am 4.4.1940, zwei Tage nach ihrer Ermordung, schreibt der Ehemann Engelbert einen empörten Brief an den Direktor der Anstalt in Zwiefalten: Er habe seine Frau vor kurzem in Bedburg-Hau besuchen wollen und dort erfahren, dass sie nach Zwiefalten verlegt worden sei. Es wäre die Pflicht der Anstalt gewesen, ihn zu informieren und er möchte baldige Auskunft wie es ihr geht. Die Direktion  in Zwiefalten antwortet ihm nach Duisburg, dass seine Frau am 4.4.1940 bereits wieder in eine andere Reichanstalt verlegt worden sei und „dass Sie natürlich nicht immer gleich von der Verlegung benachrichtigt werden, hängt eben mit den derzeitigen Verhältnissen zusammen“.
 

Quelle

Bundesarchiv R 179/23341. Aufnahmebefund: 7 Seiten getippt. Verlauf: 5 Seiten mit verschiedensten Handschriften.

Assoziationen

Assoziationen
As­so­zi­a­tive Beziehungen und Verknüpfungen

Alle Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen haben ihre Individualität. Manche wurden jedoch aus ähnlichen Motiven verfolgt, einige teilten zum Beispiel Gewaltererfahrungen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Andere wiederum wurden doppelt sigmatisiert: Weil sie als psychisch krank und behindert galten und als homosexuell und jüdisch definiert wurden.
Diesen Verknüpfungen versuchen wir mit "Assoziationen" nachzugehen. Sie ermöglichen es auch, geographische Beziehungen in unserer Datenbank zu recherchieren. Sie können also erforschen, wer am selben Ort oder Region lebte, wer in der selben Anstalt lebte und ermordet wurde.

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