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Historischer Ort: Teberda, Gebäude 2018
Sanatorium für Knochentuberkulosepatienten
Teberda
Sanatorium für Knochentuberkulosepatienten
Teberda

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Sanatorium für Knochentuberkulosepatienten (Teberda)
Hospital for incurables in Teberda

Dr. Irina Rebrova

Die heilenden Eigenschaften des Teberda-Tals, das in der heutigen Republik Karatschai-Tscherkessien liegt, wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zur Behandlung von Tuberkulosepatienten genutzt. In den 1930er-Jahren entstanden im Kurort Teberda mehrere Sanatorien, in denen auch heute noch Patient:innen behandelt werden. 1942 befanden sich in den Sanatorien in Teberda an Knochentuberkulose erkrankte Kinder, die im Herbst 1941 aus der Autonomen Sowjetrepublik Krim hierher evakuiert worden waren.

Hospital for incurables

Address369232 TeberdaDirections
LinksWebseite der Ausstellung
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Während der deutschen Besetzung des Kurorts starben ca. 500 Kinder mit Behinderungen an Hunger und Entkräftung. Am 22. Dezember 1942 fuhr ein Gaswagen zum Eingang eines der Sanatorien. Die Mitglieder der Einsatzkommando 12 der Einsatzgruppe D drohten mit Erschießung und befahlen den Mitarbeitern des Sanatoriums, bettlägerige tuberkulosekranke Kinder ab drei Jahren in den Wagen zu bringen. Hauptsächlich jüdische Kinder wurden von den Deutschen selektiert.

Laut einer Akte der Außerordentlichen Staatlichen Kommission wurden 54 Kinder „wie Holzscheite in mehreren Lagen im Laderaum des Wagens gestapelt. Die Deutschen schlugen die Tür des Wagens zu, leiteten vorbereitetes Verbrennungsgas in den Laderaum und verließen den Hof. Nach einer Stunde kam der Wagen leer in die Ortschaft zurück. Alle diese Kinder wurden von den Deutschen getötet und auf dem Gebiet des Kurorts Teberda in die Teberda-Schlucht nahe dem Gunatschgir geworfen.“ [Gemeint ist wahrscheinlich eine Schlucht in der Nähe des Flusses Gonatschchir, 15 km südlich von Teberda].

Die Knochentuberkulose-Sanatorien für Kinder wurden erst im Sommer 1945 aus Teberda in die Autonome Sowjetrepublik Krim reevakuiert.

In Teberda gibt es viele verschiedene Sanatorien, aber es gibt keine Erinnerung an die Opfer. Vor Ort ist es schwierig zu erinnern, da die Einheimischen, das Karatschai-Volk 1943 als Landesverräter beziechnet und nach Zentralasien deportiert wurde. Die Beteiligung der lokalen Bevölkerung in das Verbrechen während der Besatzung ist bis heute ein unerwünschtes Thema.  

Ein Augenzeuge berichtet

"Ungefähr Ende Oktober [in Wirklichkeit Ende Dezember] 1942 traf irgendein Sonderkommando in zwei Kastenwagen ein. Am Arm trugen sie rote Binden mit einem Hakenkreuz. Schnell und ohne viel Aufhebens wurden die jüdischen Kinder aussortiert, in die Kastenwagen verladen und abtransportiert. Mein Freund Aljoscha Schendik war auch dabei. Ich erinnere mich bis heute an seine Augen: Es war keine Angst in ihnen, nur so eine Wehmut.

Im Winter wurde es sehr kalt und man brachte alle Kinder in die Mitte des Erdgeschosses, wahrscheinlich in den ehemaligen Speisesaal. Meiner Einschätzung nach waren 120 bis 130 von uns übriggeblieben. Sascha Iwankin ist neben mir gestorben und bis zur Ankunft unserer Armee starben ungefähr noch zehn weitere Kinder."

Quelle: Schreiben von Nikolai Kogtew an das Staatsarchiv der Republik Karatschai-Tscherkessien vom 18. November 2017. Nikolai gehörte zu den von der Krim evakuierten Kindern, die die Besetzung des Kurorts Teberda überlebten. Staatsarchiv der Republik Karatschai-Tscherkessien.

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