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Historischer Ort: Jejsk, Gebäude des Kinderheimes in Jejsk
Kinderheim Jejsk
Jejsk
Kinderheim Jejsk
Jejsk

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Kinderheim Jejsk (Jejsk)
Psychiatric hospital and nursing home in Jejsk

Die Internatsschule für Kinder mit schwerer geistiger Behinderung in Jejsk in der Region Krasnodar wurde 1934 eröffnet. Im Jahr 1939 brachte man hier auch eine Gruppe normal intelligenter Kinder mit Behinderungen unter. Im Sommer 1942 wurden im Jejsker Kinderheim ca. 40 bettlägerige Kinder mit schweren geistigen Behinderungen betreut. 120 Kinder mit geistigen Entwicklungsstörungen erhielten darüber hinaus auch Schulunterricht. Dazu kamen ca. 100 Kinder mit körperlichen Behinderungen, die 1941 aus dem Kinderheim Simferopol evakuiert worden waren.

Gebäude des Kinderheimes in Jejsk, Quelle: Samsonow-Museum für Geschichte und Heimatkunde Jejsk, 2012.

Psychiatric hospital and nursing home

Address JejskDirections
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Erinnerung

Die Ermordung der 214 Kinder in Jejsk ist bereits  seit 1943 bekannt. Es gab ein Flugblatt für die  sowjetische Armee mit Informationen über den Kindermord und den Aufruf zur Rache. Das erste Massengrab ist nicht mehr bekannt.  Im April 1943 wurden weitere Leichen exhumiert und  Im Juli 1943  ca. 40 Leichen im Stadtzentrum umgebettet. 1944 wurde dort ein Denkmal mit dem sowjetischen Pioniersymbol errichtet.

Mitte der 1960er-Jahre fand eine Umbettung vom Zentrum auf den Friedhof statt, wo ein weiteres Denkmal errichtet wurde. 1980 wurde ein neues Denkmal am Friedhof errichtet, das dort bis heute steht. Seit 2012 gib es jeses Jahr am 9. und 10. Oktober Gedenkveranstaltungen,

Schüler:innen aus Jejsk spielten in einem Theaterstück über die Erinnerung an den 214 Kindern. Die ermordeten Kinder aus Jejsk wurden in der sowjetischen Zeit nur als Opfer der Faschisten erinnert, ohne Rücksicht darauf, dass sie Menschen mit Behinderungen waren. Die Ausstellung „Vergesst uns nicht...“ thematisiert den Massenmord der 214 Kinder mit Behinderungen seit 2018.

Jejsk war vom 9. August 1942 bis zum 5. Februar 1943 von Deutschen besetzt. In den ersten zwei Monaten waren die Kinder im Heim für die Besatzungsbehörden nicht relevant. Am 9. und 10. Oktober 1942 töteten Angehörige des Sonderkommandos 10a der Einsatzgruppe D 214 Kinder mit Behinderungen Am 9. Oktober 1942 fuhren zwei Autos und zwei Gaswagen zu einem der Gebäude des Kinderheims. Die Deutschen inspizierten die Heimkinder, hinderten das Pflegepersonal an der weiteren Ausübung seiner Tätigkeit und befahlen, ca. 140 der Kinder in die Lastwagen zu bringen.

Bildunterschrift: Der Zögling des Kinderheims Jejsk Wasja Druzhinin, der am 9. Oktober 1942 mit anderen Kindern in einem Gaswagen ermordet wurde. Quelle: Samsonow-Museum für Geschichte und Heimatkunde Jejsk.

Anschließend fuhren die Gaswagen aus der Stadt hinaus. Am 10. Oktober kam erneut ein Gaswagen, in den Kinder mit geistiger Behinderung und viele, die sich am Vortag verstecken hatten können, geladen wurden. Anschließend fuhr der LKW zu Gärten außerhalb der Stadt. Ungefähr 25 Kinder konnten sich auf das Gebiet des landwirtschaftlichen Betriebs des Kinderheims retten, wo zu dieser Zeit einige der älteren Zöglinge lebten und arbeiteten. Nur 46 der Heimkinder kamen mit dem Leben davon. Im Spätherbst kehrten die überlebenden Kinder ins Kinderheim Jejsk zurück.

Vernehmungsprotokoll des Zeugen Leonid Dwornikow vom 26. September 1964 in Krasnodar

Zwei Deutsche zerrten den zwölfjährigen Wolodja Gontscharow aus dem Gebäude. Sie hielten ihn an den Beinen und schleiften ihn mit dem Kopf nach unten über die steinernen Stufen der Außentreppe und dann über den Boden. Er schrie laut und wehrte sich. Dann konnte Wolodja einen der Deutschen am Bein fassen und fing an, ihn zu beißen. Als Bem [Luka Romanowitsch Bem, ein Dolmetscher und Mitglied des Sonderkommandos 10a der Einsatzgruppe D] dies sah, ließ er mich stehen und lief hin, um den Deutschen zu helfen. […] Die Deutschen zerrten die Kinder zum Wagen, indem sie sie einfach irgendwo packten – an den Händen, an den Füßen und anderen Körperteilen. Die Kleinkinder wurden auf die gleiche Weise herangeschleppt, zwei bis drei auf einmal. Viele der Kinder sträubten sich, wollten nicht einsteigen und leisteten den Deutschen mit allen Mitteln Widerstand. Einige von ihnen wurden deshalb von den Deutschen mit Fäusten geschlagen und mit Füßen getreten. Trotz ihrer Gegenwehr warfen die Deutschen fast alle Kinder in den geschlossenen Wagen, machten die Tür zu und brachten sie irgendwohin. 

Quelle: Staatsarchiv München, Staatsanwaltschaft, 35308/32, 4 Bl.

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