Wir sind die Kriegsgräber-AG der Europaschule Rövershagen

20.07.2026 - Kategorie: Forschungsbericht

Wer wir sind und was wir machen  

Wir sind die Kriegsgräber-AG der Europaschule Rövershagen. Wir beschäftigen uns mit der  Geschichte unserer Region und recherchieren die Lebensgeschichten von Menschen, die Opfer des  Nationalsozialismus oder auch des SED-Regimes wurden. Dabei arbeiten wir an verschiedenen  Projekten der Erinnerungskultur, zum Beispiel an der Verlegung von Stolpersteinen.  

Wie unser Projekt entstand

Im Januar 2025 sprach der Bürgermeister der Stadt Bad Doberan mit unserer AG-Leitung Petra  Klawitter. Er wünschte sich, dass auch in Bad Doberan ein Stolperstein verlegt werden könnte. Nach  vielen Überlegungen zu den Opfergruppen des Nationalsozialismus kam Diana Paschmann aus dem  Archiv des Landkreises Rostock auf die Idee, zu Opfern der nationalsozialistischen Krankenmorde zu  recherchieren.
Begleitet wurde das Projekt von Anfang an von Dr. Kathleen Haack von der Universitätsmedizin  Rostock. Sie half uns, die richtige Spur zu finden, und unterstützte uns während des gesamten  Projekts mit ihrem Fachwissen.
Im Mai 2025 führte diese Spur eine Gruppe von Schülerinnen aus unserer AG in den Lesesaal des  Landesarchivs Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Dort hatten sie die Möglichkeit,  Originalkrankenakten aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg in Schwerin zu sehen. Nachdem geklärt werden konnte, welche Patienten den nationalsozialistischen Krankenmorden zum  Opfer gefallen waren, bekamen wir die Kopien ihrer Akten ausgehändigt.
Mit Beginn des neuen Schuljahres im September 2025 nahm das Projekt dann richtig Fahrt auf. Wir  beschäftigten uns intensiv mit dem Thema Euthanasie sowie mit der Geschichte der ehemaligen Heil-  und Pflegeanstalt Sachsenberg und des ehemaligen Kinderheims Lewenberg in Schwerin.
Anschließend begannen wir, die Kopien genauer zu lesen und nach Hinweisen auf das Leben der  Opfer zu suchen. Es entstanden kurze biografische Texte, Entwürfe für mögliche  Stolpersteininschriften und schließlich symbolische Bildnisse für die Opfer, von denen keine  Fotografien erhalten geblieben sind. Dabei orientierten wir uns an der Internetseite „Gedenkort- T4.eu“. 
Zum Ende des Schuljahres entstand der Wunsch, auch unsere Texte auf der Internetseite  „Gedenkort-T4.eu“ zu veröffentlichen. Aber auch das Stolpersteinprojekt wird die AG weiterhin  begleiten und im neuen Schuljahr ein Thema bleiben.  

Was hat uns bewegt oder erstaunt? Was haben wir gelernt? Was denken wir über dieses Thema?  

Uns haben die Geschichten der Menschen bewegt, mit denen wir uns beschäftigt haben. Durch das Projekt haben wir gelernt, was die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen waren. Vorher wussten wir vor allem von der Verfolgung der Juden. Uns hat überrascht, dass es noch viele  andere Opfergruppen gab.
Wir finden es schlimm, dass Menschen so etwas erleben mussten und dass ihnen so etwas angetan  wurde.
Wir denken, dass dieses Thema im Unterricht stärker behandelt werden sollte, damit die Opfer nicht  vergessen werden.