Ernst König

Kaufmann aus Konstanz

geb. in Konstanz (Baden-Württemberg)
gest. in Grafeneck

Historischer Ort: Denkmal der Grauen Busse, Porträt 7

Biografie

Ernst König wurde im Alter von 41 Jahren ermordet: ein Opfer der „Euthanasie.“ Aus der eigentlichen Bedeutung des Wortes „Euthanasie“ – „schöner Tod“ – leiteten die Nationalsozialisten die Pflicht des Staates ab, sogenannte Ballastexistenzen zu ermorden. Geistig Kranke wurden als wertlos bezeichnet, ihr Tod bedeute für die sogenannte Volksgemeinschaft eine finanzielle Einsparung. „T4-Aktion“ war der Tarnname für dieses Ermordungsprogramm, benannt nach dem Sitz der zuständigen Entscheidungsbehörde in Berlin, Tiergartenstraße 4. Diese Behörde richteten die Nazis ein, um psychisch Kranke im gesamten Reichsgebiet zu erfassen und der Vernichtung zuzuführen.

Da keine Verwandten oder Nachfahren ermittelt werden konnten, lässt sich leider nur sehr wenig zu Ernst Königs Biografie sagen.
Ernst König wurde am 27. Juni 1899 in Konstanz geboren. Er wuchs am Bodanplatz 12 auf und lebte dort mit seinen Eltern, Jakob König und Fanny, geborene Roder, bis zum Jahr 1922. Als Berufsbezeichnung findet man Friseur-Lehrling und später Kaufmann.
Bereits im Jahr 1919 war er Patient in der Heil- und Pflegeanstalt Konstanz/Reichenau. Angaben über seine Erkrankung oder Patientenakten sind leider nicht mehr auffindbar.


Nach dem Tode seiner Eltern lebte er noch bis zum 23. September 1931 im Alters- und Pflegeheim der Stadt Konstanz, dem sogenannten Gütle, am Luisenplatz 1. Den Luisenplatz gibt es heute nicht mehr, aber das Gebäude steht noch hinter der Herzklinik.
Danach verbrachte Ernst König fast neun Jahre in der Pflegeanstalt Reichenau.


Aus den Transportlisten, die Dank der Recherchearbeit von Herrn Faulstich noch vorhanden sind, geht hervor, dass Ernst König am 24. Juli 1940 mit dem vierten von insgesamt 11 Transporten von der Reichenau deportiert wurde. Zusammen mit 74 weiteren Männern wurde er an diesem Sommertag in einem der grauen Busse zur Tötungsanstalt Grafeneck auf der schwäbischen Alb gebracht.


Dort wurde er noch am selben Tag vergast und eingeäschert – ein Schicksal von insgesamt 10 654 Menschen, die von Januar bis Dezember 1940 in Grafeneck ermordet wurden.

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